Aus Friedek ist Bernard Žár. Darum verleugnet er sein Volk
— Bernhard Žor.
Er liebt seine Frau, er liebt seine Knaben,
die fleißig zur Kirche zu gehen haben,
zum Guten führt er sein Haus;
nur der verdammten Parias Sprache
ist seinem Ohr ein Graus.
Dem Knecht geziemt sie, ihm hält er's nicht vor,
sonst mag sie nicht hören
Bernhard Žor.
Aus Friedek ist Bernhard Žár. Darum verleugnet die Mutter
Bernhard Žor.
Kommen die Gäste zum festlichen Mahle,
fort mit der Mutter! Sonst hören noch alle
der Parias verdammtes Gewäsch.
Sie kann es nicht feiner, woher sollt' sie's nehmen,
ins Blut muß sich Bernhard Žor für sie schämen —
Wird ewig sie leben, wird ewig hier schweben
der verdammten Parias Art,
wo im Hause am Markt wohnt der Tugenden Chor,
wo er der Herr ist,
Bernhard Žor?
Ein böser Gast kam. Heiß liegt er im Bette,
Fieber und Wahnsinn hat ihn an der Kette,
gelehrte Männer verfolgen den Odem,
Kinder und Gattin knie'n ängstlich am Boden
(Mütterchen weint auf dem Hofe);
in der verdammten Parias Sprache
beichtet und scheidet und fleht um ein Ohr
Bernhard Žor.
Es lärmen und hallen die Friedeker Glocken,
der Sarg wird hinabgelassen...
Die Sprache der Herrschaft betet der Chor,
die Sprache der Herrschaft lügt jenem zum Ruhme,
hier fand er zur Erde, zum Gras und zur Blume,
Bernhard Žor.
Wer weint dort abseits, verloren und leise?
Schon ließ die Gesellschaft das offene Tor.
Flüsternd betet ein ängstlicher Mund
verachtete Worte verbotener Weise,
(es ist kein Trotz, da sei Gott vor,
es reißt sich nicht anders vom Herzen empor!)
damit er nicht aufwach', im Grab sich nicht ärger',
ihr Sohn, ihr entschlafener,
Bernhard Žor.