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Schlesische Lieder/Blendowitz
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Blendowitz
Über den Kirchhof einst führt' mich der Weg,
ich zählte die polnischen Male.
Ein mährischer Mann — und kein polnisches Kreuz?
Das wäre nicht recht hier im Tale.
Spät war's. Von Osten blies der Wind,
es schneit' mit der Kraft des Feber.
Da seh ich am frischen, schwärzlichen Grab
ein weinendes Kind im Gestöber.
Es faltet die Hände: »Nimm mit dein Kind,
sonst wird mich der Schnee begraben!«
Was faselst du da? — »Den eigenen Sohn
will Petr Bezruč nicht haben?«
Ach, daß dich verschlänge der finstere Graus!
Wofür soll der Bankert mich strafen?
So weit ich denk — war ich immer allein —
kein Schatz hat mit mir je geschlafen.
»Leid heißt meine Mutter — Ich bin ja dein Volk,
in Elend und Trauer versunken!«
Du himmlischer Herrgott! begann ich zu schrei'n,
hab ich zuviel Wodka getrunken?
Ich tat einen Satz wie ein ängstlicher Hund,
den Peitschenhiebe verscheuchten.
Im schaurigen Grab verschwand mein Sohn,
die polnischen Kreuzmale leuchten.
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