Dem Dulava Jura gehört das Stück Land,
(ärmer als er sind die Meisten)
zwei Morgen Kartoffeln bilden ein Band,
auch Hafer zwei kann er sich leisten;
in bläuliche Blüten bricht aus das Feld,
ein Lüftchen die Halme fächelt,
einmal im Jahr bemerkt die Welt,
Daß Dulava Jura lächelt.
Den Spaten umklammert die rauhe Hand,
die Sonne begann kaum zu strahlen,
und läßt er am Abend todmüde das Land,
wer kommt ihm die Mühe bezahlen?
Wen sieht dort am Felde, das Nachspiel gewohnt,
die Nacht sich verdächtig bewegen?
Es grüßen sich Hase und Rehbock im Mond
aus Marquis Géros Gehegen.
Die schütteren Halme feldauf, feldab
machen die Hasen zunichte,
es mäßigt der Hirsch seinen eiligen Trab
und scharrt aus dem Boden die Früchte —
Dir ist, als ob jemand mitten ins Herz
einen grausamen Schlag dir versetze.
Du fragst nach Gesetzen? Man glaubt, es sei Scherz.
Für Herren nur gibt es Gesetze.
»Halt, Kerl!« — Schloßhund! — Ein Doppelschuß gellt,
die Nacht fährt empor im Tale.
Erhebe dich, Jura, schau nach dem Feld,
die Hasen sind grade beim Mahle...
Die Friedhofsmauer ist alt und klein,
verrostet sind Schloß und Riegel,
es wechselt Gewitter und Sonnenschein,
doch düster bleibt Dulavas Hügel.
Was ist doch die Jagd für ein fröhlicher Wind,
Getümmel nah und fern,
die Dirn auf dem Feld (es ist eine Sünd')
schafft auch am Tag des Herrn;
es wimmelt von Hasen die Kreuz und die Quer,
hopsa hop! halali! hurrah!
Gelangt es im Grab zu seinem Gehör,
knirscht mit den Zähnen der Jura.
Das Brachfeld schwenkt farbig ein zum Wald,
so farbig, als ob es brennte,
als formten der blühenden Disteln Gestalt
Dulavas Blut-Elemente.
Es fragt das stachlige Distelfeld,
was sich die Herrschaft erkühne,
getretenes Volk macht so verstellt
zum bösen Spiel gute Miene.
Und Juras Erbe bleibt unbebaut,
es grüne, wie Gott es walte —
Wenn lange der Abend ins Fenster schaut,
erzählt drin den Kindern der Alte:
am Felde geh' einsam der Jura umher —
Die Nacht rauscht auf im Reviere.
Niemand bestellt die Felder mehr
für die hohen und niederen Tiere.