Ins Wasser, in hohen Wogenschaum
schlägt meine Schwinge.
Das Lied, das ich singe,
heißt: Didus ineptus, ein Vogel der Ferne.
Entfremdet dem Liede, entfremdet dem Himmel,
drückt' er die Kralle in moosdicken Schimmel,
in strahlender Frühe, beim Flutauf und -nieder,
hüllt' er sich stumm in sein warmes Gefieder,
beim Tosen des Meeres, beim Krachen der Äste,
sank er geängstet in tiefe Moräste.
Nie Buntvögeljauchzen, nie freundliche Felder —
ihm starrt aus den Augen das Leid seiner Wälder.
Als britische Jäger die Insel durchstrichen,
schwer ist er mit humpelndem Schritt erst gewichen,
dann könnt er nicht weiter, dicht schwirrten die Pfeile,
sie rückten ihm nahe und schwangen die Beile —
den Krummschnabel hob er, ein Flehendes, Totes.
So starb auch der Alk aus, den Kiwi bedroht es...
Beim Lachen der Götter, bei Donnerschlägen,
im glühenden Juli, aprilhaften Regen,
wenn herbstlich am Ufer die Flußnebel stiegen,
beim Flöten der Amsel, ich sah sie sich wiegen,
es flüstert' im Schilfe, im Flieder ein Beben —
wie Didus ineptus verbracht ich mein Leben...
Nackt blitzte ein Schwert, die Ketten erklirrten,
sieh, Raute und Sinngrün begrüßt' den Verirrten,
da schritt ich im Juni durch knisternde Ähren,
dort könnt' ich den Teich, den vereisten, durchqueren,
am Dorfplatz begegnet' ich heiteren Chören,
schwarzhaarigen Mädchen, die gerne sie hören —
und lebte und starb
wie Didus ineptus.