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Schlesische Lieder/Ernte

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Didus ineptus Schlesische Lieder ~ Ernte
written by Petr Bezruč, translated by Rudolf Fuchs
Schlesische Wälder




Ernte



Am Föhrenwald, der treu das Dorf behütet,
dehnt sich der Grund, auf dem die Černý saßen
seit alters schon — ein Stück den Hain umfassend.
Im frühen Lenz auswarfen sie die Körner,
im Juli schwankten heim die hohen Fuhren.

Und unweit im Gebirge rauscht' die Mühle
die ewig süße, ruhevolle Weise,
da spiegelt' sich im Bache oft des Abends
des Müllers Chylka wunderschöne Tochter,
zigeunerhaft und rührend schlank gewachsen.

Dort längs der Grenze ziehn die Herrschaftsfelder.
Der König, spricht man, habe schlecht geschlafen,
er nieste — und es wirbelten die Trommeln.

Auf stand die Jugend, auf stand Josef Černý.
(Man soll dem Kaiser geben, was des Kaisers —
so sprach einst der Prophet — und nach ihm träufelt's
in junge Seelen Lehrer jetzt und Pfaife.)

Heiß war die Erde, schwer die Ähren lehnten,
der Sohn im Feld, 's gibt wenig Arbeitshände;
da kam des Müllers Tochter gern herüber,
um mitzutun, denn einmal wird sie, einmal...

Die Alten mähten, Bund und Hub besorgten
des Černý Mädchen und des Nachbars Tochter.
Dort an der Grenze, dem gestreckten Felde,
pfiffen die Kugeln und der Kampf entflammte.

Auf jenem Felde sank auch Josef Černý
am Tage, da die Ernte eingebracht war,
die Garben ruhten; da sie sein gedachten,
die Eltern, Schwestern; da sie hintenüber
ihr Tüchlein von den dunklen Flechten rückte,
die Einsame, beklommen fernhin spähend,
die Brust geschwellt von unnennbarem Sehnen.



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