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Schlesische Lieder/Hultschin
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Hultschin
Über die Oder gegen Strebowitz,
nach Diehlau ging es und Dobroslawitz.
Ein leuchtendes Rapsfeld sprang mir vor die Füße,
ich zählte der Lerche unzählige Grüße.
Gelobt seist du, Heimat! Still teilen wir unsere Sorgen.
Das Beil in der Hand kniet der Preuße verborgen,
jenseits der Grenze liegt Hultschin.
Heimat gestehe, wir hatten uns gerne.
Hinter den Bergen verschollen ferne,
die einst mich beseligten, lachende Zeiten.
Auf wieviel welken Blüten bereiten
muß sich der Herbst! In mir ist es still und beklommen,
so kündet in den Beskiden der Abend sein Kommen.
Jenseits der Grenze liegt Hultschin.
Dort, wo vor Teschen die Lucina flüstert,
erwuchs mir ein Mädchen, das hat mich verdüstert,
ein Leben zerbrochen, es blühte der Flieder.
Ich hatt' nur ein Herz und die wenigen Lieder,
er aber ein Haus und hat Ringe getragen...
Wen hat sie genommen? Warum muß ich's sagen!?
Jenseits der Grenze liegt Hultschin.
Wohin ist alles, wohin doch verzogen?
Ich leb' in der Fremde. Ein Vogel, entflogen
nach Niemalswieder, ist Jugend und Liebe.
In grauer Asche knistert noch trübe
ein letzter Funk. Weitab ist Strebowitz,
ferne Diehlau und Dobroslawitz,
jenseits der Grenze liegt Hultschin.
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