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Schlesische Lieder/Ich I

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Der Tod Domitians Schlesische Lieder ~ Ich I
written by Petr Bezruč, translated by Rudolf Fuchs
Ich II




Ich

I



Ich, ich Prophete unter den Beskiden.
Gott gab mich ihnen nicht. Der weilt viel lieber,
wo goldenes Getreide weithin flutet,
wo Veilchen duften, blaue Sternchen träumen,
die Zymbel tönt, zum Tanz die Geige aufspielt,
unendliche Städte sind, herrliche Burgen,
strahlende Kirchen und Boote am Ufer,
himmlischer Glaube herrscht, fröhliche Lust.

Der in den schwefligen Abgrund gottab gestürzt war,
dessen starre Lippen nie eine Bitte entließen,
saß auf dem Felsen in uraltem Trotz.

Einst streifte sein nächtig verfinstertes Auge
die schweigenden Beskiden, die Lysa Hora.
Des Schürfers von hundert Jahren Bedrückung
gelassener Nacken, wie Krummholz verbogen,
der Fremden gewaltsame Faust, die der Muttersprache
schon erlöschenden Ton dem Kind aus dem Mund reißt,
Erscheinung des Abfalls und flehender Hände,
der Augen entsetzlicher Einsturz, dies alles
bewegte den Dämon.

Er schlug auf den Felsen,
da sprang aus dem Steine der häßliche Seher,
im Joche erwachsen, aus wankendem Blute,
den Mond anschluchzend, die Sonne verfluchend;
mit eherner Faust bis zum Himmel ausholend
warf er die Mörder, die Götzen der Gruben,
trotz gleißendem Golde, trotz allem Gedränge
der knienden Sklaven ringsum vor Teschen
nieder zu Boden voll Zornes und Trotzes,
der ihm vom Dämon verliehenen Mitgift, —
dem Fels entsprang: ich!



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