Ich bin der Erste, Sproß vom Teschner Stamme,
der erste Barde, der das Wort gewagt.
Nicht hinter eigenem Pflug durch Feld und Schramme
der Sklave sich bis zur Erschöpfung plagt.
Und jeder ehrt hier seinen Himmelsherrn,
der Zweit-Große sitzt auf dem Herrschaftsgut;
die Steuer dem droben zahlt betend er gern,
dem andern zahlt er mit Hand und Blut.
Der, welcher droben ist, gibt dir zu leben,
Blumen dem Falter, dem Reh grünes Reis;
dir, aus den Beskiden, die rings sich erheben,
gab er den weiten, gesegneten Kreis.
Er gab dir die Wälder, die Höhen und Riffe,
die leuchtende, duftende Herrlichkeit;
der andere nimmt dir's mit gierigem Griffe,
lauf in die Kirche und klag' dort dein Leid!
Dein frommes Beginnen, o Sohn der Beskiden,
bringt dir gewiß viel Segen ein.
Wohl Schutzengel tauchen aus Waldesfrieden,
du neigst dich, sie aber beginnen zu schrei'n.
»Holz wollt'st du nehmen? Daß Gott dich verdammte!
Knie' nieder, berühr' mit der Stirne die Erd'!
Hinaus aus dem Walde, marsch, marsch nach dem Amte!«
Was sagst Du droben, wie hier man verfährt?
Die häßliche Sprache mißtönt dem Gehöre,
unwillig hört sie der Schutzengel an.
Laß ab, sie zu sprechen, es sei dir zur Ehre,
dein Sohn wird ermessen, wie wohl du getan.
Und so geschieht's. Der Herr will's. Nacht bezieht über uns die Wache,
wir sterben, bevor das Licht aufgeht.
Ich rufe aus Tiefen zum Dämon der Rache,
der erste und letzte Beskiden-Prophet.