Im Paß der Termopylen dem Verderben
ins Auge schauend,
wo die Barbaren schon im Halbkreis drängten,
im Rücken vom Verräter abgefaßt,
stand einst Leonidas.
Vor den Zinnen von Teschen, am Ufer der Olsa
stehe ich.
Hundert Spieße, hundert Schwerter zielen auf mein Herz,
tausend lauernde Augen flackern wie Fackeln,
Blut rinnt mir von der Stirne, Blut rinnt mir aus den Augen,
Blut träuft mir vom Nacken, Blut quillt mir aus der Brust,
die Füße glitschen in einem roten Meere,
die Hände besprüht mir ein rotes Niagara —
ich bin in ungeheurer Aue wilden Mohns;
steigt da ein roter Dampf vom Tale bis zum Himmel,
läßt sich vom Firmament ein Schleier rot herab?
Alles ist rot. Ich zieh den Helm tiefer;
die Partisanen rot, und rot die Schwerter,
auf roten Pferden halten dort fünf Reiter —
ich kenne euch, Grafen, ich kenne euch, Fürsten, ich kenn' euch wohl,
siehe, und Xerxes, der scharlachne Xerxes! —
Was befiehlt er dem Gefolge, was heben sie auf vom Boden,
was läutet, und rasselt, was klingt in mein Ohr?
Verruchter! Schon wieder zum Bosporus willst du?...
Rücklings zerschnitt man am Fuß mir die Sehnen
— nein, man vergaß nicht die punische Art —
der purpurne Engel umfaht mich, der Schild stürzt klirrend zur Erde,
da steh ich vor Teschen
mit zerbrochenen Hüften gelehnt an die Lysa,
wie das Gesetz mir's befahl.