Hast du aus den Hecken der niedrigen Pflicht
der Musen Gebirge erklommen,
bist fromm du, doch es genügt dir nicht,
daß dich nur Gott hat vernommen;
hast du ein Mädel, das dir gefällt,
und glaubst du sprechen zu müssen,
damit es erfahre die ganze Welt,
sie pflege dich gerne zu küssen;
ist grausam dein Mädchen gegen dich
und fordert es deine Empfindung,
daß jedermann wisse: Fürchterlich
zerrissen ist unsere Bindung;
mischt sich in dein Haar das erste Grau
mit kaum bemerkbarer Eile,
und sehnst du dich, daß es jeder schau
und bei dem Anblick verweile; —
dann hast du zuletzt nicht vergeblich geliebt,
dein Leid auch ist schön gewesen,
da es doch noch freundliche Leute gibt,
die gerne Gedichte lesen.
Viel Kerne der Niedlichkeit streuen sie aus,
es löst' sie ein Hauch aus der Starre,
die guten Leute, sie lesen zu Haus,
o Petr Bezruč, du Narre,
wenn einer vielleicht deine Verse liest,
setzt aus sein Puls eine Weile,
sein Herz wird schwer, sein Kopf vergißt,
er fühlt nur Zeil' um Zeile:
Wie herrlich bei meiner Lieder Klang
der Bergmann stirbt aus dem Lichte —
Was willst du, Rhapsode, verzweifelt und bang?
Noch lesen die Leute Gedichte.