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Schlesische Lieder/Michalkowitz

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Ostrau Schlesische Lieder ~ Michalkowitz
written by Petr Bezruč, translated by Rudolf Fuchs
Leonidas




Michalkowitz



Lang hab ich dem Cäsar gelebt,
mit meinem Blut seinen Beifall erstrebt.
Hinein gegen zwei nun, bevor das »Ans Kreuz!« 
erscholl!

Erst der Thraker Germanus. Dann der Nubier Pol.
Als dritten mich selbst hetzt' der Treiber ins Rund.
Dort dämmerte Cäsar mit schläfrigem Mund.
Ringsum seines Adels unendliche Reih;
Matronen; von Mädchen ein Abhang im Mai.
Frei ließ ich den Blick, der flattert und bebt,
so nahe dem Tod — und so wenig gelebt.

Vorn gegen mich schon der Thraker einstürmt,
mit Dreizack und Netz es sich hinten auftürmt.
Vorn Finte und Witz,
Geklirr und Gemetzel wie Blitz gegen Blitz,
im Rücken hab ich die Tücke
der höllischen Pantherblicke.

Die Galle machte mich schäumen und kochen,
ich fühlte die Wut bis zum Halse mir pochen...
Da stieß mir den Dreizack der Pol ins Genick,
ich heulte vor Schmerz und warf mich zurück,
blind holte ich aus, noch war's mir gewährt,
da schlug auf den Kopf mir des Thraziers Schwert.
Der Sand ist gut. Nacht trinken die Augen.
Medusa tritt aus dem Nebel.
Es jubelt und rast der Pöbel.



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