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Schlesische Lieder/Paskauer Teiche

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Swiadnow II Schlesische Lieder ~ Paskauer Teiche
written by Petr Bezruč, translated by Rudolf Fuchs
Ostrau




Paskauer Teiche



Nach Friedland mußt ich von Ostrau ziehn —
die Bürde drückte nicht wenig —
fünfstündiger Marsch die Straße dorthin,
und in der Tasche kein Pfennig.

Verzeiht, meine Lieben, wer war nicht einst jung,
heißblütig, zu trinken begehrend;
im glühenden Mittag mit innigem Schwung
den Krug an die Lippen kehrend!

Der Herrgott in Hrabowa darbt wohl gleich uns,
ein Holzkirchlein dient ihm am Deiche.
Weithin an die Grenze unendlichen Runds
erglänzen die Paskauer Teiche.

Die Weiden am Ufer — der Brausewind blies —
sie neigten die silbrichten Kehren;
Tauchente und Möwe und Wasserhuhn ließ
sich irr im Gelächter nicht stören.

Nicht lieb' ich die Lacher. Die weibische Art,
die kindische, ist mir zuwider —
Hätt' ich meine Flinte, euch blieb's nicht erspart,
ich holt' euch ins Wasser hernieder.

Sechs triffst du? Fünf triffst du? Eins? oder Zwei?
Was ist bei dir so die Regel?
Also verlachte mich Schrei wider Schrei
das weißlich beschwingte Gevögel.

Ein Regen begann. Breit wuchtet der Baum,
es blitzt unter Donnerschlägen —
Ich furcht weder Flut noch erdröhnenden Raum,
der Enterich fängt keinen Regen.

Nun floh meine Jugend wie bläulicher Rauch,
wie Schwalben sich jählings erheben...
Erblick ich euch, Paskauer Teiche, auch
noch einmal in diesem Leben?



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