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Schlesische Lieder/So auch ich
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So auch ich
Manchmal schreib' ich schlechte Strophen,
gut, daß man sie nicht beachtet,
blase aus dem lauen Ofen
Funken, von den Herr'n verachtet.
Manchmal sing ich stille Lieder —
ach, verzeiht der Stimme Beben.
Bergmann fährt zur Grube wieder,
Bergmann bin ich sonst im Leben.
In bewegten Zeiten rauschen
Phantasien und Ideale,
doch mein Sang will sich nicht bauschen,
monoton im Jammertale.
Unheil lag hier auf der Lauer,
eine Faust preßt' aller Kehlen,
von der allgemeinen Trauer
soll der Daktylus erzählen.
Jambus tanzt im Elbefrieden,
der Spondeus wallt in Mähren,
nur aus mir in den Beskiden
ist der Daktylus zu hören.
Schrecknis hält mein Volk umwittert
und der Henker macht die Runde,
über den Beskiden zittert
eine lange Sterbestunde.
Manchmal tönt ein Sterbeläuten,
als ob's einem Bruder gölte;
brauch nur nach Hultschin zu schreiten
und schon fühl' ich Todeskälte.
Einmal spiel ich euch zum Reigen.
Frohe Lieder — wundersame
Wieder ist's ein Trauergeigen,
weil ich doch aus Teschen stamme.
Als in Belgien der Franke
hat den Briten angegriffen,
und der Schotte starb im Zanke,
ward der Dudelsack gepfiffen.
So auch ich das Wenige singe,
um dem Volk die Nacht zu färben,
damit es auch uns gelinge,
leichter bei Musik zu sterben.
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