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Das Lied von der Moldau (Brecht) ~ Der Kleine Prinz (Saint-Exupéry) ~ Der Tod in Venedig (Thomas Mann) ~ Die Linde blühte, die Nachtigall sang… (Heinrich Heine) ~ Der wunde Ritter (Heinrich Heine) ~ Letzte Hoffnung (Brecht) ~ Musique de Table (Telemann) ~ Sechs kleine Klavierstücke (Schönberg) ~ Über das Frühjahr (Brecht) ~ Wanderers Nachtlied II (Goethe) ~ Wie die Wellenschaumgeborene… (Heinrich Heine)
Der Tod in Venedig, von Thomas Mann. Gustav Aschenbach oder von Aschenbach, wie seit seinem fünfzigsten Geburtstag amtlich sein Name lautete, hatte an einem Frühlingsnachmittag des Jahres 19.., das unserem Kontinent monatelang eine so gefahrdrohende Miene zeigte, von seiner Wohnung in der Prinz-Regentenstraße zu München aus, allein einen weiteren Spaziergang unternommen. Überreizt von der schwierigen und gefährlichen, eben jetzt eine höchste Behutsamkeit, Umsicht, Eindringlichkeit und Genauigkeit des Willens erfordernden Arbeit der Vormittagsstunden, hatte der Schriftsteller dem Fortschwingen des produzierenden Triebwerks in seinem Innern, jenem »motus animi continuus«, worin nach Cicero das Wesen der Beredsamkeit besteht, auch nach der Mittagsmahlzeit nicht Einhalt zu tun vermocht und den entlastenden Schlummer nicht gefunden, der ihm, bei zunehmender Abnutzbarkeit seiner Kräfte, einmal untertags so nötig war. So hatte er bald nach dem Tee das Freie gesucht, in der Hoffnung, daß Luft und Bewegung ihn wieder herstellen und ihm zu einem ersprießlichen Abend verhelfen würden. |
